Der Trip durch die Hölle:

AUSTRALIENS LEBENDEXPORT

 

Niemand möchte bei über 40°C auf einem von Krankheiten verseuchten Schiff wochenlang über die Weltmeere verfrachtet werden. Australische Reedereien dürfen jedoch weiterhin legal 100.000 Schafe auf ein Schiff sperren und auf eine qualvolle Todesreise um den halben Globus schicken.

 

Wenn ein Schaf nicht mehr genug Wolle für den Profit der australischen Farmer „produziert“, wird das ausgemergelte Tier verkauft. Was folgt, ist oft ein wochenlanger Höllentrip in die Türkei, nach Ägypten und in den Nahen Osten, wo die Schafe geschlachtet werden. Annähernd drei Millionen Schafe werden jährlich in Australien auf Frachtern zusammengepfercht – tausende verenden während der Tortur des Transports.

Auf den mehrstöckigen Lebendexport-Schiffen, vollgestopft mit unzähligen verängstigten Tieren, herrschen Hitze, Seuchen und Wassermangel. Am Ende ihrer grausamen Reise bekommen die Schafe nur noch die Schnitte stumpfer Schlachtmesser in ihrer Kehle zu spüren.

 

Höllenqualen auf dem Weg zum Schlachter

Die australischen Schafzüchter rechtfertigen diesen grausamen weltweiten Lebendexport mit knallharten Profitinteressen. Die längste Odyssee müssen die Schafe ertragen, wenn sie in die Türkei verschifft werden. Das Land ist seit 2011 der drittgrößte Importeur von australischen Schafen – hinter Kuwait und Katar. Jährlich kommen dort mehr als 350.000 Tiere an. Allein im Jahr 2012 wurden 800.000 Schafe für das islamische Opferfest Eid al-Adha in den Nahen Osten verschifft.

Während des wochenlangen Lebendexports erkranken viele Tiere oder hungern sich zu Tode, weil sie die Futterpellets, die sie auf den Frachtern anstelle von Gras bekommen, nicht kennen. Lahmende Schafe werden von ihren panischen Artgenossen niedergetrampelt, sodass sie nicht mehr in der Lage sind, ihren Kopf vom fäkalienübersäten Boden zu heben. Der durch extreme Enge und Hitze verursachte Stress trägt zum Ausbruch von Krankheiten, wie z.B. Bindehautentzündung und Salmonelleninfektionen, bei. Während der Fahrt gestorbene Tiere werden einfach über Bord geworfen.

 

100.000 Schafe auf einem Geisterschiff

Im August 2011 musste der Lebendexport-Frachter Al Messilah nach einem Defekt zum Hafen Adelaide in Australien umkehren. Allein in den ersten 10 Tagen, bis das Schiff zum Ausladen der Schafe in den Hafen zurückkehren konnte, verstarben 298 Tiere. Nachdem die Bundesbehörden die Schafe wieder als „gesund für den Transport“ freigegeben hatten, wurden die Tiere gezwungen, ihre Reise fortzusetzen – weitere 206 Schafe starben an Bord des Schiffes. Die meisten Schafe verhungerten qualvoll, weil sie psychisch geschockt oder zu krank waren, um zu essen. 2010 starben fast 28.000 Schafe auf Lebendexport-Frachtern. Eine Sterberate von bis zu 2 Prozent bei Schafen und 1 Prozent bei Kühen wird von der australischen Regierung akzeptiert.

Die Vorgaben und Kontrollen der Lieferketten für die Lebendexport-Reedereien des australischen Landwirtschaftsministeriums schlagen systematisch fehl und erlauben weitere Skandale. Auf dem Lebendexport-Schiff Ocean Drover brach im August 2012 die Orf-Krankheit, eine blutige Haut- und Klauenseuche, aus. Die betroffenen 22.000 Schafe wurden vom Wüstenstaat Bahrain abgewiesen und erlebten einen weiteren unglaublichen Höllentrip von zwei Wochen bis nach Karachi, Pakistan. PETA Australien hat daraufhin eine Beschwerde beim Landwirtschaftsministerium in Bahrain eingereicht.

Nach der Entladung in Pakistan wurden Augenzeugenberichten zufolge bereits hunderte kranke Tiere von Kleinhändlern zu Billigpreisen an lokale Hotels und Restaurants verkauft, bevor die pakistanischen Behörden eine Quarantäne verhängten. Neben dem Orf-Virus wiesen Tierärzte die ebenfalls für Menschen gefährlichen Salmonellen-, E.Coli- und Strahlenpilz-Bakterien nach. Als barbarische „Notlösung“ ordneten die überforderten Behörden eine „Massenkeulung“ von tausenden Schafen an.

Das grauenvolle Ende

Die überlebenden Schafe werden oftmals von Bord der Frachter geprügelt oder an ihren Beinen von Verladekränen in die Luft gehievt und auf Dachgepäckträgern oder in halboffenen Kofferräumen festgebunden. Arabische Länder und die Türkei verfügen entweder über gar keine oder nur unzureichende Tierschutzgesetze, die praktisch nur auf dem Papier bestehen. Einige Schafe werden im Akkord in schmutzigen Hinterhöfen oder auf offener Straße geschlachtet, während andere von einzelnen Käufern nach Hause mitgenommen und qualvoll getötet werden. Videoaufnahmen aus der Türkei zeigen, wie Arbeiter in Schlachthöfen die Tiere an einem Bein in die Tötungslinie einhängen – alles bei vollem Bewusstsein und zitternd vor Angst, bis ihnen später die Kehle aufgeschlitzt wird. Diese Vorgehensweisen entsprechen in keiner Weise den Lehren des Islam und brechen jegliche Standards der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) über den Umgang, den Transport und das Schlachten von Tieren.

 

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